Die Suche nach dem weihnachtlich oft besungenen Tannenbaum geschah nicht zufällig. Schon im fünften Jahr treffen sich kurz vor Weihnachten Thüringer Journalisten - Redakteure von Radio und Zeitungen - auf Einladung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zum so genannten “Weihnachtsbaumschlagen”. Eine sehr schöne Sache - gute Gelegenheit zu einem lockeren Gedankenaustausch ohne Termindruck, aber bei Glühwein, Kaffee und Tee. Zu einem “Plausch” unter Journalisten-Kollegen und Verantwortlichen der Helaba im Beisein von Familienangehörigen. Für die Kinder war das Treffen diesmal noch eine tolle Gelegenheit zur Schneeballschlacht oder zu einer kleinen Rodelpartie.
Vor dem Forsthaus war eigens ein kleines Lagerfeuer zum Aufwärmen angezündet worden. Als Weihnachtsmänner verkleidete Musikanten (Bild) bliesen Weihnachtslieder, stimmten auf das Fest ein. Gar nicht so einfach, bei der Kälte Trompete oder Tuba zu blasen. Auf die am Forsthaus ankommenden eingeladenen Gäste wartete schon neben der herzlichen Begrüßung durch die Gastgeber heißer Glühwein oder Kinderpunsch sowie dampfender Kaffee. Das wir in solch einer Schneelandschaft auf Weihnachtsbaumsuche gehen sollten, provozierte bei einigen Gästen angesichts der Schneehöhe ein Stirnrunzeln. Rund um das Forsthaus steckten die Bäume nämlich im tiefen Schnee und waren mit einer entsprechenden weißen “Haube” bedeckt. Wie hier einen passenden Baum finden, “schlagen” - sprich absägen? Natürlich mit Genehmigung und dem Beistand des zuständigen Forstmannes…
Geeignete Kleidung trugen die meisten Leute dieses vorweihnachtlichen Treffens ja, und für das notwendige Zusatz-Schuhwerk war vor Ort bestens gesorgt: Schneeschuhe! Solche “Treter” hatte ich zuvor noch nie getragen. Sind Sie darauf schon gelaufen? Das sind Gestelle, auf welche die Winterschuhe geschnallt werden. An das Laufen (Stapfen) mit den Geräten muss man sich erst gewöhnen. Im Tiefschnee ist das jedoch eine echte Erleichterung, um nicht allzu tief einzusinken. Doch stolpert man schon gelegentlich oder fällt hin, was bei den Schneehöhen wenig ausmacht - das kalte weiße Bett fängt einen weich auf…
Nach einigen Gehversuchen bin ich jedenfalls mit den zur Verfügung gestellten Schneeschuhen einigermaßen klar gekommen. Hinein ins Vergnügen, weiße Vorweihnacht war angesagt. Baumsuche: Die in Frage kommenden Fichten mussten zunächst heftig geschüttelt werden, um sie vom Schnee zu befreien. Dabei sahen einige Leute zwischenzeitlich selbst einem Schneemann ziemlich ähnlich, weil von der weißen Pracht heftig berieselt. Zum “Schlagen” sprich Absägen des Wunschbäumchens war dankenswerterweise die helfende und zupackende Hand des Forstes rasch zur Seite. Zum Forsthaus oder zum Auto musste aber jeder seinen Weihnachtsbaum ganz alleine durch den Schnee ziehen oder tragen - mitunter keine einfache Aufgabe bei der tiefen weißen Pracht…
Nach der forstlichen “Arbeit” im Schnee und auf den ungewohnten “Tretern” wartete das wärmende Forsthaus mit Thüringer Gaumenfreuden. Großes Lob an die Forsthaus-Küche - das Essen war richtig lecker. Hüttenatmosphäre hat die Ausflugsgaststätte ohnehin, viele Prominente sind dort schon gewesen, einige haben sich auf Bildern und in Gästebucheinträgen dort “verewigt”. Wir haben an diesem Sonntag die behagliche Gemütlichkeit des Forsthauses samt thüringischem Essen - mit Klößen und Rotkohl versteht sich - genossen. Während des Essen konnten wir die Wildfütterung am Forsthaus beobachten. Das Wild wird am Forsthau natürlich - wider die Natur - von der regelmäßigen Fütterung angelockt. Das geschieht jedoch zur Freude vieler Gäste, vor allem der Kinder. Falls Sie also demnächst in den Raum Oberhof kommen, schauen Sie ruhig mal am Forsthaus Sattelbach vorbei, vor allem jetzt im Winter. Wenn dann dort sogar der Rost “brennt” und ein heißer Jagertee oder Glühwein lockt, ist eine ausgedehnte Pause - quasi eine “Thüringische Jause” - in dieser gastlichen Ausflugsstätte sehr angenehm und bestimmt ein Grund, bald wieder zu kommen. Ich habe es mir jedenfalls vorgenommen…
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